Digitale Gewalt bekämpfen - Gesetze allein reichen nicht
Digitale Gewalt trifft Frauen, Mädchen und andere vulnerable Gruppen überproportional hart und in besonderer Weise. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck struktureller Machtverhältnisse: Digitale Gewalt setzt analoge Gewalt fort und verstärkt sie. Häusliche Gewalt, Kontrolle, Überwachung und Einschüchterung verlagern sich ins Netz. Für Betroffene bedeutet das eine ständige und ortsunabhängige Bedrohung.
Im April hat das Bundesjustizministerium den Gesetzentwurf zur Stärkung des zivilrechtlichen und strafrechtlichen Schutzes vor digitaler Gewalt vorgestellt. Neue Straftatbestände sollen bestehende Lücken schließen - etwa bei sexualisierten Deepfakes, voyeuristischen Bildaufnahmen und Cyberstalking. Online-Plattformen sollen stärker in die Pflicht genommen, Betroffenen die Rechtsdurchsetzung erleichtert werden. Wir begrüßen die Verbesserungen ausdrücklich.
"Rechtliche Instrumente sind notwendig, aber nicht ausreichend. Es braucht einen ganzheitlichen Ansatz - mit Prävention, Fachkräfteschulungen, Beratungsinfrastruktur und Sensibilisierung." erklärt Monika Kleinefenn, Vorständin von IN VIA Deutschland. Denn Gesetze greifen erst, wenn Betroffene wissen, wo sie Hilfe finden, und wenn die Menschen, die täglich mit ihnen arbeiten, handlungssicher sind. Dazu braucht es entsprechende Beratungs- und Präventionsangebote.
Genau hier setzen wir von IN VIA Deutschland an. Mit unserem Projekt #StoppDigitaleGewalt haben wir eine Fachkräfte-Webseite entwickelt, die pädagogischen Fachkräften einen niedrigschwelligen Einstieg in das Thema ermöglicht. Die Webseite vermittelt Grundlagenwissen, zeigt konkrete Handlungsmöglichkeiten in Fällen digitaler Gewalt auf und stellt Materialien für die direkte Arbeit bereit. Herzstück ist ein modulares Workshopkonzept mit PowerPoint Folien, Handouts und Methoden - alles kostenfrei downloadbar und sofort einsetzbar. So können Fachkräfte das Thema gezielt in ihre Arbeit mit jungen Menschen integrieren.
Zudem bieten wir im Rahmen des Projekts "Sicher im Netz - Gegen geschlechtsspezifische Gewalt" aktuell eine dreiteilige Online-Fortbildungsreihe für Fachkräfte an. Die Reihe beleuchtet geschlechtsspezifische digitale Gewalt aus verschiedenen Perspektiven: von konkreten Schutzmöglichkeiten im sozialen Nahraum über Prävention bis hin zur gesellschaftlichen Dimension von Hate Speech und Silencing. Anmeldung und Infos zur Fortbildungsreihe: https://eveeno.com/298153183
Aufklärung, Prävention, Empowerment: Das ist unser Beitrag zu einem ganzheitlichen Ansatz, der digitale Gewalt - besonders gegenüber Mädchen, Frauen und vulnerablen Gruppen - wirksam bekämpft.
Fachliche Ansprechperson Katharina Pretscher Projektleitung Projekt "Gegen Diskriminierung!"
+49 761 200-640
katharina.pretscher@invia-deutschland.de